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By Max Frisch

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Sie prüft nochmals, so daß ich nochmals ihre Pflaumenlippen sehe. Zum Küssen nahe. Ich werde nie wieder küssen, denke ich; der Stoff, aus dem Lippen gemacht sind, ist zu fremd. Ich rieche ihr Parfum und sehe ihr nahes Haar, grün-schwarz-blau wie Hahnenfedern, und ihre Herbstzeitlosenhaut. Mich selbst im Spiegel zu sehen zögere ich, nehme die Brille ab; keine Spur von Dämmerung, es ist Vormittag, draußen die Straße, Leute, das bunte Blech der Autos, Sonne, Schaufenster, die Straße in der Sonne, alles wie gewohnt, das Fraumünster im Elf­uhrgeläute mit Möwen.

Was ich wünsche, liegt im Schaufenster an der Fraumünsterstraße (vorne rechts) schon seit Wochen. Übrigens ist das weiße Fräulein, das die mundartliche Frage nach meinen Wünschen vorerst ins Amerikanische, dann ins Hochdeutsche übersetzt, noch gar nicht frei, und es genügt vorderhand mein Nicken als Zeichen, daß ich Geduld habe, mindestens Manieren. (Ich halte es für besser, meine Rolle auf Hochdeutsch anzutreten. Ich habe stets ein Gefühl von Rolle, wenn ich Hochdeutsch spreche, und damit weniger Hemmungen.

Ich habe ihn mir vorgestellt, und jetzt wirft er mir meine Vorstellungen zurück wie Plunder; er braucht keine Geschichten mehr wie Kleider. Ich sitze in einer Bar, Nachmittag, daher allein mit dem Barmann, der mir sein Leben erzählt. Warum eigentlich? Er tut's, und ich höre zu, während ich trinke oder rauche; ich warte auf jemand, ich lese eine Zeitung. So war das! sagt er, während er die Gläser spült. Eine wahre Geschichte also. Ich glaub's! sage ich. Er trocknet die gespülten Gläser. Ja, sagt er nochmals, so war das!

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